V o r t r a g  -  C h i n a

Südchina - Klettern am Fluss des Drachens

 

Warum nimmt man 35 Stunden Anreise auf sich, um in China zu klettern ? Wo es doch ein ähnliches Routenagebot wie in Yangshuo auch in Europa gäbe ? Weil es abenteuerlich und exotisch ist. Eben anders. 

 

Mit einem 9 - köpfigen Team reiste Christian Pfanzelt in das südchinesische Yangshuo, dem Nabel der chinesischen Kletterwelt. Eine Reise in einen anderen Kosmos: Yangshuo vereint die gelebte Armut von Fischern und Bauern, mit dem touristischem Hipe einer großteils rein chinesischen Urlausstadt.

Fantastische Landschaften mit tausenden verschiedener Karsttürme prägen das surreale aber anmutige Landschaftsbild dieser Region.

 

Etwa 70.000 dieser Karsttürme stehen hier weit verstreut auf einer Fläche, die so groß ist wie etwa zwei Drittel Deutschlands. Allerdings wird nur an einem Bruchteil dieser Türme rund um Yangshuo geklettert. Schon der Zustieg zu den Klettertürmen ist spannend und bedarf oftmals einem gutem Orientierungssinn. Diese Spannung ist das Salz in der Suppe. Mainstream-klettern wie in Europa gibt es hier nur vereinzelt.  

 

Ab und an darf auch der kulinarische Aspekt als natürliches Abenteuer bezeichnet werden. Im Prinzip ist fast alles essbar, auch Schlangen und Ratten. Hier in Südchina wird dieses Prinzip beherzigt.  

Die extrem vielfältigen Klettermöglichkeiten an verschiedensten Gesteinsarten und die Freundlichkeit der chinesischen Kletterer machen einen Aufenthalt für europäische Kletterer zu einem absolut besonderen Klettertrip.

Dass die Gesteinsart oft wechselt setzt allerdings Flexibilität und ein gutes Anpassungsniveau an sein eigenes Klettervermögen voraus. So gesehen kann für den ehrgeizigen "8a.nu-Kletterer" Yangshuo wahrlich als Fiasko enden. Auch die Flugangst sollte man besser zuhause lassen....Wer sich mit diesen Faktoren in Einklang bringt, und der erlebnissorientierte und weltoffene Motor ersteinmal anspringt, für den ist Yangshuo eine Offenbarung. Für alle anderen die Hölle.

 

Wir sahen uns eindeutig in der ersten Gruppe. Der Fels ist grandios, absolut. Und auch die Gastfreundschaft der Einheimischen wusste zu überzeugen. Umso ärmer, umso freundlicher. Die Lebensgewohnheiten der zum Teil ärmlichen Bevölkerung sind extrem eindrücklich. Die berühmte Schere zwischen Arm und reich geht hier in Yangshuo extrem weit auseinander. Ein Abenteuer in vielen Aspekten, und immer mit dem Spiegel vor Augen wie gut es uns in Deutschland doch geht. 

 

Christian Pfanzelt nimmt Sie mit auf eine fernöstliche Reise in der nicht alles, aber doch sehr vieles anders ist. Ein Vortrag, in dem es nicht nur um's klettern geht.

Die Entstehung des Vortrages Yangshuo - Klettern am Fluss des Drachens

 

Während meiner Laufbahn als Fotograf wurde ich schon des öfteren gefragt: "Hey Christian, hast Du nicht einen Vortrag für uns"? Leider musste ich bis zu diesem Zeitpunkt immer verneinen. Als wir dann  im November 2013 im Rahmen einer Auftragsproduktion nach China reisten, sollte sich dies relativ schnell ändern. Relativ, weil war ich doch in der ersten Woche nur damit beschäftigt die Bilder für die Firmen in den Kasten zu bekommen.

 

Als mit plötzlich die oben genannte Frage zu den Vorträgen wieder in den Sinn kam. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Dass ist "die" location um daraus einen Vortrag zu gestalten. Schnell war mein Focus nicht mehr ausschließlich nur auf die Produktfotos ausgerichtet, sondern auch auf das ganze "Drumherum".

 

Als Beispiel erwähne ich gerne die Geschichte einer schönen alten Holztür: Willst Du darpüber eine Geschichte erzählen ? Dann reicht es nicht, nur die Türe abzulichten. Du musst alle Einzelheiten im Bilde festhalten: Die Türe im ganzen, die Holzmaserung, das Schlüsselloch, die Eisen und den Rahmen. Dann ist es eine runde Sache. Also völlig anders als das "closeup" eines Werbeproduktes. Dass sich diese zwei Arten der Fotografie gut ergänzen wurde mir in China bewusst. Voraussetzung hierfür war allerdings, dass es so gut wie keinen Feierabend gab. Denn waren die Produktfotos ersteinmal im Kasten, dann hiess es für den Vortrag zu fotografieren. 

 

So wurde ungeplant aus dieser Reise nach Südchina mein erster Vortrag. Noch keine Multivisionshow, also kein Filmmaterial. Dafür sehr emotional. Denn zur musikalischen Vertonung dieses Vortrages verwendete ich oftmals chinesische Musik sowie authenthische fernöstliche Klänge. Das erstmalige produzieren eines solchen Vortrages war fast genausoviel Abenteuer wie die Reise selbst. Als "Kreativer" jedoch, spürte ich recht schnell dass diese Weiterverarbeitung des Bildmaterials genau "mein Ding" ist. Diese Freiheit zu besitzen aus Musik und Bild ein ganzheitliches und nachvollziehbares Leinwandabenteuer zu erstellen ist grandios. Wie ich mich auf der Bühne, also bei der Präsentation selbst verhalte und im Nachhinein bewertet werde, dies wusste ich bei der Produktion im Studio noch nicht. Also ein weiteres Abenteuer. 

 

Nach einigen Vorträgen wurde mir klar: Es hat sich gelohnt ! Und eines wusste ich ganz sicher: Dies ist nicht mein letztes Vortragsprojekt. USA wir kommen....